Ich habe als Beitrag zu einer Bachelor Arbeit einer Bekannten ein paar Fragen beantwortet. Das Thema war Cloud basierte Programme und Anwendungen.

 

Antworten zur Bachelor Arbeit zum Thema „Cloud“

1. Gerade in IT-Unternehmen wird die Cloud oft diskutiert. Deine Meinung?

Cloud ist nichts neues und insbesondere in kleinen Firmen führt sogar kein Weg daran vorbei.

Damit meine ich, dass oftmals ja keinerlei Ressourcen in den Firmen bestehen um sämtliche Software und Lösungen selbst zu betreiben, zu hosten und zu warten. Beispielsweise ein CRM System wie Salesforce, welches Cloud basiert ist. Kunden die auf solche Lösungen setzen, müssen sich wirklich nur und ausschließlich ihrem Kerngeschäft widmen. Oder besser formuliert: Sie können es, da alle administrativen Aufgaben bei der Cloud entfallen!

Zudem kommt die ortsunabhängige Verfügbarkeit. Das wäre ohne Cloud zwar auch möglich beispielsweise durch VPN Tunnel aber auch hier sollten wieder Firmeninterne IT Kapazitäten vorhanden sein. Dies ist nicht immer tragbar.

Ich würde sagen, Cloud basierte Anwendungen und Dienste geben auch kleinen Unternehmen die Tools und die Macht, welche lange Zeit nur den Großen vorbehalten war. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt: Email Marketing Systeme, CRM Systeme, Backup Lösungen, Entwicklungsumgebungen, selbst Shopsysteme als SaaS usw.

Ich stehe Cloud und webbasierten Lösungen sehr aufgeschlossen gegenüber. Natürlich kommt oft die Frage nach der Sicherheit aber dort muss man sich folgendes vor Augen führen: Cloud bedeutet, dass Daten aus Unternehmssicht nicht auf internen Servern sondern auf externen Servern liegen.

Fakt ist, sie liegen auf Servern und stehen nicht in Aktenschränken. Nun darf gerne mal geschaut werden, welche IT besser abgesichert ist. Die eines Unternehmens, welches Heerscharen von IT Fachleuten beschäftigt oder jenes von Meier XYZ, der einen kleinen Handwerksbetrieb führt, wo Computer im Alltag benutzt werden.

Natürlich stehen kleine Betriebe nicht so im Fokus von Angreifern aber nicht jedes Unternehmen kann oder will eben alles selbst abbilden. Man muss bedenken, dass Angreifer es bei Firmen eigenen Lösungen oftmals sehr viel leichter haben als bei Cloud Anbietern an Daten zu kommen.

2. In der Cloud ist mittlerweile vieles möglich. Von bereitgestellten Infrastrukturen über Softwareentwicklungsumgebungen bis hin zu bereitgestellten Anwendungen wird vieles angeboten. Nutzt du Cloud Dienste und falls ja welche? Zudem würde es mich interessieren, ob du auch speziell Datensicherung in der Cloud nutzt?

Selbstverständlich. Ich würde die Frage sogar umdrehen: Nutzen Sie keine Cloud Dienste und wenn ja, wie machen Sie das.

Das Thema Cloud ist heute allgegenwärtig: Nutzen Sie bestimmte Funktionen auf Smartphones, nutzen Sie Cloud Dienste. Nutzt man den Analysedienst Analytics von Google, nutzt man einen Dienst aus der Cloud usw. Im Falle von Analytics gibt es ja noch Lösungen die man selbst hosten kann wie beispielsweise Piwik aber es gibt auch Szenarien, da gibt es keine Out of the Box Lösungen zum selber hosten.

Datensicherung in der Cloud empfehle ich nur für Daten, die nicht sensibel sind. Das bedeutet, wo es keinen großen Schaden anrichten würde, falls diese Daten in Hände dritter gelangen würden. (Kataloge, Verarbeitungshinweise, Werbematerialien die ohnehin in Printform öffentlich sind usw)

Sensible Daten sollten durch eigene Lösungen gesichert, die keinerlei dauerhafte Verbindung zum Internet haben. Das soll zum einen eine Kontamination aber auch Diebstahl verhindern. Außerdem hat man mehr Kontrolle über die physische Verfügbarkeit sowie den „Aufenthaltsort“ der Daten.

Auch im Bereich Email Marketing greife ich auf einen Webbasierten Dienst zurück. Das schafft Freiräume und ist von überall auf der Welt bedienbar. Auch Analytics von Google gehört zum Alltag. Dann wäre da noch die Adobe Cloud, die mir an jedem Ort der Welt meine Oberfläche und Elemente einheitlich und immer aktuell zur Verfügung stellt. Ganz gleich wo ich mich aufhalte.

Ich hätten nicht einmal Lust, alle Lösungen selbst abzubilden und zu betreuen. Würde im Endeffekt auch in keinerlei Relation zwischen Kosten/Nutzen stehen.

Dann gibt es auch Dinge wie Kontakt- und Terminverwaltung sowie Datenaustausch, wo die Cloud einem einfach hilft produktiver und komfortabler zu arbeiten. Alleine schon aufgrund der Tatsache, das ich nicht die Zeit habe Kontakte überall zu pflegen, ist Cloud für mich eine ideale Lösung.

Ohne Cloud wird meiner Meinung nach gerade in Bereichen wie Außendienst und Home Office vieles unnötig schwer, da es heute ja entsprechende Lösungen in der Wolke gibt.

3. Datensicherung in der Cloud – Risiken? Wie stehst du zu dem Thema Datensicherheit in der Cloud?

Natürlich ist das ein Punkt, der je nach Unternehmen und Vorhaben sehr schwer zum Tragen kommen kann. IT Sicherheit ist generell wichtig aber überall wo sensible Daten wie z.B. Entwicklungs- und Forschungsdaten vorliegen, wäre ich sehr vorsichtig was das Auslagern auf externe Ressourcen anbelangt.

Der Grund dafür ist nicht nur die potentielle Gefahr eines Verlustes oder Diebstahls. Es liegt daran, dass man als Nutzer bestimmter Cloud Services überhaupt keinen Einfluss darauf hat, wo die Daten abgelegt werden. ich denke beim Gedanken daran kann dem ein oder anderen schon schlecht werden.

Im Grunde ist es immer ein zweischneidiges Schwert: Man möchte auf der einen Seite immer so viel Effizienz und Vorteile wie möglich, auf der anderen Seite so wenig Risiko wie möglich. Kein Risiko gibt es nicht. Man kann es reduzieren aber niemals ausschließen.

4. Würdest du (stand Technik heute) Firmen empfehlen ihre Daten in einer öffentlichen oder privaten Cloud zu speichern und auszulagern?

Die Frage ist sehr allgemein. Grundsätzlich wäre ich beim Punkt Auslagerung äußerst vorsichtig. Ich mag Redundanz aber keine völlige Abhängigkeit. So bin ich zum Beispiel dafür einen Dienst aus der externen Cloud zu nutzen aber die Daten sollten gleichzeitig auch offline, intern gesichert sein.

Auch bei der Art der Daten unterscheide ich wie gesagt zwischen sensiblen und unkritischen Inhalten. Sensible Daten würde ich –wo möglich– niemals einer Cloud zur Verfügung stellen ganz egal ob öffentlich oder durch eine eigene Lösung wie bspw. ein NAS System mit Netzzugang.

Kurz gesagt hängt es immer von der Sensibilität der Daten sowie den Ressourcen (IT Abteilung, Bandbreite, usw.) eines jeden Unternehmens ab, welche Lösungen für sie in Betracht kommen. Ich würde sowas nie pauschalisieren.

An einigen Standorten ist durch geringe Bandbreite ein eigenes Cloud System ja kaum realisierbar! Den Punkt darf man selbst heute nicht außer Acht lassen. So ist es oft ein Standortkriterium für Unternehmen!

Kritisch sehe ich es immer nur, wenn leichtfertig mit Daten und deren Verfügbarkeit umgegangen wird. Man wundert sich, was für ein russisches Daten-Roulette manch Firmen spielen. Das Kind muss halt oft erst einmal in den Brunnen fallen.

5. Abschließend wäre es interessant zu wissen, wie du die Entwicklung von Cloud Computing in den nächsten Jahren siehst?

Cloud Lösungen sehe ich in Zukunft überall auf dem Vormarsch. Cloud Computing bzw. Lösungen mit Software die zwar zentral auf einer Workstation installiert wird aber nur mit Internetverbindung funktionieren sehe ich eher selten.

Das dürften immer sehr Branchenspezifische Lösungen sein, die in großen Firmen sicherlich immer bestand haben werden.

Beispielsweise bei Versicherungen, die nur noch Thin Clients am Platz stehen haben und ohne Internetzugang gar nichts mehr geht.

Die Akzeptanz zu Lösungen die zwar lokal laufen aber permanenten Cloud Zugang benötigen, sehe ich nicht steigen. Das ist für mich weder Fleisch noch Fisch. Entweder Cloud mit allen Vorzügen oder Lokal.

Da es immer mehr Nischen und Spezialisierungen gibt, wird auch das Thema Cloud immer weiter um sich greifen: Denken wir an kommunizierende Kühlschränke, Haussteuerung usw. Hier sind wir gerade am Anfang und werden noch eine Menge Neues zu Gesicht bekommen.

Ich hoffe ich konnte etwas konstruktives beitragen, dass würde mich sehr freuen.

Mit besten Grüßen Daniel Münter

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