(Ursprünglich wollte ich dazu ein Video machen aber Stepstone hat das perfekt gemacht!)

Wieder einer dieser neumodischen Begriffe mag der ein oder andere denken. Dabei tauchte “Employer Branding” in der englischen Literatur erstmalig vor fast 20 Jahren auf. Heute wichtiger denn je. Es geht um die Arbeitgebermarkenbildung, auf englisch „Employer Branding“.

Also alle Maßnahmen, die ein Unternehmen nutzen kann, um sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Dabei nutzt man Mittel und Kanäle wie sie auch sonst im Marketing benutzt werden. Selbstverständlich sollten die kommunizierten Werte und Versprechen auch den Tatsachen entsprechen! Ansonsten leidet die Integrität des Arbeitgeber und das ganze schlägt ganz schnell ins Gegenteil um.

 

Arbeitgebermarkenbildung heute in der Praxis

Klar ist, dass Global Player und Blue Chips aktiv und bewusst Employer Branding betreiben. (Könnte man auch gleich komplett auf englisch schreiben.) Aktiv bedeutet mit Nachdruck und Konstanz. Bewusst heißt mit dem Wissen um den Mehrwert für das eigene Unternehmen. Sie betreiben es on- und offline. Direkt im Unternehmen, in Social Media (schönes Beispiel Continental) und in der Unternehmenskultur.

Was mich aber persönlich verwundert ist, dass viele mittelständische Unternehmen sich diesem Thema und seiner Bedeutung überhaupt nicht bewusst sind! Im Gegensatz dazu machen es sogar viele Start Ups besser – um Welten sogar! Warum das so ist, dazu komme ich gleich.

Kommen wir zum interessanten Teil des Artikels und schlagen mal einen etwas direkteren Ton an:

Es geht um Menschen. Es geht um Leistung und um Commitment. Geben und nehmen. Werte und Identifikation. Spirit und Teamgeist.

Diejenigen Firmen, die das verstanden haben, betreiben auch Employer Branding. Versuchen sich also ein gutes Arbeitgeber Image aufzubauen. Denn die Menschen in einem Unternehmen sind das Unternehmen. Ohne Mitarbeiter welche sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können und mit Hingabe an ihre Jobs herangehen, wird jedes Unternehmen immer nur mittelmäßig bleiben. Es wird sehr viel Potential verbrennen.

Aus der Praxis weiß ich, dass doch einige Unternehmer das Investment in ein positives Arbeitgeber Image -welches auch Hand und Fuß hat- als unnötige Kosten sehen. Wozu Perspektiven geben? Horizontale / Vertikale Mitarbeiterbindung – was ist das?

Aber Leistung, die müssen Sie abliefern die Mitarbeiter! Aktiv und bewusst am besten auch!

Das sieht dann oft so aus:

  • Arbeitgeber verlangt besonders hohen Einsatz! Benefits? Fehlanzeige! 
  • Arbeitgeber verlangt viele Fähigkeiten vom Mitarbeiter! Schulungen, Fortbildungen? Fehlanzeige!
  • Arbeitgeber gibt hohes Arbeitspensum vor. Arbeitsbedingungen, Arbeitsmittel? Miserabel!
  • Horizontale oder Vertikale Mitarbeiterbindung – Perspektiven auf oder neben der Karriereleiter? Fehlanzeige!

So gibt es dann die Experten, die kein Fahrgeld, keine VL, keine Altersvorsorge, ach nicht einmal Obst oder frische Luft am Arbeitsplatz bieten können. Am besten bringt der Mitarbeiter noch Geld mit zur Arbeit.

Da sage ich dann: Wundert euch nicht, das die engagierten, motivierten Kräfte abwandern. Und das geht heute schneller als man glaubt. Es ist nämlich ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Stellenmarkt schlecht sei und der Mitarbeiter sowieso nicht abhaut. Denn andere Firmen suchen diese Topkräfte und betreiben aktives Employer Branding. Dort wo die Mitarbeiter abwandern bleibt dann oftmals die „Soviel wie nötig“ Fraktion übrig. Aber das ist so dann auch so herangezüchtet, sorry! Oder eher: Glückwunsch.

Das Arbeitgeber Image welches dann Punkte auf der linken Seite der Skala also westlich der 0 sammelt, findet sich dann meist auch auf Plattformen wie kununu.de – eine logische Entwicklung des Social Media Web! Denn Web 2.0 war gestern! Heute ist die soziale Komponente mit an Board.

 

Ziel des Employer Branding

Ganz klar, man will die Topleute zu sich ins Boot holen. Besitzt ein Unternehmen ein gutes Arbeitgeber Image, dann profitiert selbiges aber gleich mehrfach davon. Synergieeffekte treten ein bei Identifikation mit dem Unternehmen seitens des Arbeitnehmers,  Commitment und Leistungsbereitschaft.

Das ist auch ganz klar: Liegt einem was am Unternehmen, dann gibt man auch Gas um es weiter vorran zu bringen. Nicht nur weil alle einen Nutzen davon ziehen (Tantieme z.B.) sondern auch, weil das ganze Umfeld in dem man dann arbeitet einfach einen ganz anderen Charakter hat. Ein extremes Beispiel sind sicherlich viele amerikanische Unternehmen die den dortigen Patriotismus in die Unternehmenskultur implementiert haben. Aber ich muss sagen zu gewissen Teilen mag ich sowas. Aber nur wenn dahinter Fakten stecken und nicht wie oben bereits angesprochen eine angeknackste Integrität.

 

Wo kann man Employer Branding betreiben?

Traurig, dass man solche Tipps geben muss. Dabei ist es doch einfach. Man kümmert sich um seine Mitarbeiter, man gibt verdammt noch mal Perspektiven. Man bleibt menschlich und lässt sowohl Mitarbeiter als auch Kunden des Unternehmens sehen, dass hier der Mensch zählt.

Das kann man durch alle Medien betreiben und in jedem Raum. In jedem Vortrag, Mitarbeitergespräch und zu jedem Feiertag. Auf der Unternehmens Internetseite im Karrierebereich. Atmosphäre schaffen, Benefits geben. Keine Angst, dass kommt wieder zurück! Für all jene, die immer noch zweifeln!

Fakt ist, dass niemand alles alleine machen kann. Ein Chef braucht keine Pakete packen und in allen Geschäftsbereichen involviert sein. Mit Nichten aber er hat dafür Sorge zu tragen, dass das Team, eines ist! Er muss sich um das Miteinander kümmern. Mit offenen Augen und Ohren durch das Unternehmen gehen.

 

Wer kann Employer Branding betreiben?

Jeder kann es. Denn es bedeutet nichts anderes, als sich menschlich zu zeigen. Das bedeutet zu verstehen, dass man mit Menschen und nicht mit „Ressourcen“ arbeitet. Also Perspektive geben muss.

An dieser Stelle komme ich auch noch mal darauf zurück, wieso in vielen Start Ups perfektes Employer Branding betrieben wird: Weil hier Menschen mit Ideen und Visionen etwas neues starten! Würden diese Leute keine Perspektive sehen, würden Sie es nicht anpacken. Sie wissen, das sie andere Menschen brauchen und das man nur gemeinsam stark ist.

Ein Beispiel was mir dazu einfällt ist die Firma Crealytics von Andreas Reiffen. Einer der am schnellsten wachsenden SEA Spezialisten! Ich wohnte seinem Vortrag AdWords Tipps auf der dMexco 2014 in Köln bei. Interessant: Er betrieb Employer Branding als er zeigte, wie Mitarbeiter bei Crealytics auf der Couch mit Laptops arbeiten. Cool! Junge Menschen die sich mit solchen Themen auseinander setzen fühlen sich sicherlich mehr angezogen von so etwas als von schnöden Großraumbüros!

Macht man dies und gibt sich bei der Auswahl der Mitarbeiter noch Mühe, dann ist alles im Fluss:

Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“Ewald Balser

 

 

Mit diesem Zitat möchte ich den Artikel abschließen. Employer Branding ist ein Investment – das beste was man als Unternehmen machen kann! Den Rest machen eure Mitarbeiter ;-))

Tipp: An Mitarbeitern kann man das Ausmaß von Employer Branding eines Unternehmens „ablesen“ – macht Spaß, garantiert =)

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