05151 / 409 955 3 (Mo-Fr 08 - 17 Uhr)

Facebook ist Weltmeister im Daten sammeln. Auch ist Facebook für Anwender kostenlos. Doch letzteres stimmt nicht so ganz: Nutzer zahlen einen gewissen Preis für die Nutzung von Facebook: Ihre Zeit! Und das oft nicht gerade wenig auf die Woche gesehen.

Im Endeffekt verkauft Facebook ihre Zeit und Aufmerksamkeit an Werbetreibende.

Das ist das Geschäftsmodell. Wie man aufgrund der von Facebook gesammelten Daten (wie z.B. auf welchen Seiten ihrer Webseite war ein Interessent?) nun hoch relevante Anzeigen für die jeweiligen Zielgruppen schaltet, das schauen wir uns jetzt an!

 

Was ist ein Facebook Pixel?

Ein Stück Code, das in den Kopfbereich der (ihrer) Webseite implementiert wird und fortan an Facebook meldet, wenn ein auf Facebook angemeldeter Benutzer auf Ihrer Webseite unterwegs ist. Der Clou: Facebook kann ab dann jedem Nutzer der über das Pixel verfolgt wurde zuordnen, auf welcher Seite ihrer Webseite er war.

 

Was sind Custom Audiences?

Hierbei handelt es sich um klar definierte Zielgruppen (an welche Sie dann ganz relevante Anzeigen ausliefern lassen können). Diese sogenannten Custom Audiences also benutzerdefinierten Zielgruppen können Sie im Facebook Werbeanzeigenmanager zusammenstellen durch Angabe von Wohnort, Aufenthaltsort und Umkreis, Alter, Sprache, Interessen aber… durch das Facebook Pixel können Sie das jetzt auch durch die Angabe von URLs machen! Das bedeutet Sie können eine Zielgruppe erstellen, die nur aus Leuten besteht, die auf ihrer Webseite auf der Seite für Warengruppe XYZ waren! Dies kann aber auch eine Dankesseite sein, auf die ein Nutzer nach Absenden eines Kontaktformular gelangt oder eine Landingpage, die er besuchte.

Man kann sich vorstellen, dass man einem Interessenten gezieltere Werbung ausspielen kann, wenn man weiß, für welche Inhalte er sich interessiert. Nehmen wir die Seite eines Händlers für Oldtimer… Wenn dieser Fahrzeughändler nun Nutzern auf Facebook Werbung ausspielt, dann ist es ihm jetzt möglich (dank Facebook Pixel), jedem Nutzer eine andere Werbung anzeigen zu lassen: Nutzer A war auf www.beispieloldtimer.de/porsche und Nutzer B war auf www.beispieloldtimer/bmw unterwegs… Der Fahrzeughändler kann nun eine Anzeige für Porsche und eine für BMW auf Facebook ausspielen und das für jeden Nutzer passend.

Natürlich muss man erwähnen, dass es auch Fälle gibt, wo sich ein Nutzer durch die ganze Webseite klickt aber natürlich bietet Facebook auch dafür etwas! Man kann z.B. einfach sagen: „Nutzer die nur Seite XY und keine andere besucht haben“ und weitere Möglichkeiten die Zielgruppe genau festzulegen:

Custom Audience mit Webseiten Pixel anlegen:

Custom Audience auf Facebook erstellen

Custom Audience ohne Webseiten Pixel anlegen / weitere Möglichkeiten:
Außerdem gibt es noch weitere Möglichkeiten des Retargeting. Neben dem Erfassen über einen Webseiten Pixel, können auch Interaktionen auf Facebook für das erstellen bestimmter Werbezielgruppen (Custom Audiences) herangezogen werden:

  • Personen die eines eurer Videos angesehen haben auf Facebook
  • Personen die ein Formular in einer eurer Anzeigen ausgefüllt haben
  • Personen die mit eurer Canvas Anzeige interagiert haben
  • Personen die mit eurer Facebook Seite interagiert haben (Kommentar, Like..)

Custom Audience in Facebook anlegen

Somit sind hoch relevante Werbeanzeigen auf Facebook möglich.

 

Was bedeutet Retargeting?

Retargeting oder Remarketing bedeutet zu deutsch: wieder und genau/zielend. Bedeutet, es werden Nutzer „markiert“ um diesen später wieder relevante Werbung auszuspielen. Dies ist genau der Vorgang der durch das Facebook Pixel erfolgt. Nutzer werden markiert mit Informationen, die dann später für die gezielte Ausspielung von Werbung an diese genutzt wird.

(Retargeting gibt es aber auch z.B. auf Google: Hier werden Nutzer sogenannten Retargeting Listen hinzugefügt und können dann über das Google Display Netzwerk welches aus vielen Webseiten besteht, wieder beworben werden.)

Was kann man damit machen? Beispiele!

Jetzt will ich mal noch ein paar Ideen in den Raum werfen und anregen, was mit dieser Technik alles möglich ist! Bei diesen Szenarien spreche ich sowohl Custom Audiences mit und ohne Pixel Tracking an. (Das Pixel verfolgt Webseitenbesuche).

Die Bäckerei: Bäckermeister Otto kann jetzt Nutzer Werbung ausspielen, die sich 1km um seine Bäckerei aufhalten und auf seine neusten Muffins aufmerksam machen. Diese Anzeige wird nur Nutzer angezeigt, deren letzter Aufenthaltsort in der Nähe der Bäckerei war und sie wird nur morgens zwischen 05:00 und 09:00 Uhr ausgespielt.

Der Reifenhändler: Sagen wir Sie vertreiben auch online Felgen und Reifen und nutzen den 3D Alufelgen Konfigurator von Tyre24. Jetzt können Sie wunderbar Nutzern passende Werbung ausspielen, indem Sie einfach auf sein Fahrzeug zugreifen! Das geht so: klickt der Nutzer auf ihre Webseite im Felgenkonfigurator durch „Marke“, „Baureihe“ und „Fahrzeugtyp“, dann werden diese Parameter der URL angehängt: Beispiel BMW, 3er Reihe, M3 Limousine (2008-2011) -> „alloy3dbrandid=22&alloy3dcarid=1858“ Diesen Wert trägt man  bei der Erstellung der Custom Audience im Facebook Werbeanzeigenmanager dann unter der URL ein und schwupp, können diesem Nutzer gezielte Werbeanzeigen mit dem passenden Fahrzeugtyp ausgespielt wird. Wer mehr Arbeit reinstecken und es auf die Spitze treiben will, kann sogar für bestimmte Felgenmodelle Anzeigen ausspielen lassen und das noch mit Originalfotos der jeweiligen Felge am richtigen Fahrzeug! Einfach irre! Was glauben Sie wie relevant so eine Anzeige für den passenden Fahrer ist! Diese Kampagnen können Sie das ganze Jahr über laufen lassen und sogar wieder abschalten für jeweilige Nutzer, falls diese gekauft haben (durch ausschließen der Checkout Page z.B.)!

 
Die rechtlich korrekte Verwendung des Facebook Pixels ist umstritten. Auf dem Blog-IT-Recht gibt es dazu einen Artikel, der die rechtliche Seite beleuchtet.

 

Mehr Beispiele? Eigene Beispiele und Erfahrungen? Fragen? -> Dann schreibt gerne in die Kommentare hier unten…

 

Folgen und teilen erwünscht:

Weitere Artikel lesen: