Langsam dringen neue „Berufsbilder“ durch den Markt und der Bedarf wird größer und größer. So beaobachte ich zunehmend, dass auch Social Media Manager vom Markt immer mehr nachgefragt und gesucht werden.

Für einige Firmen ist es das erste Mal, dass Sie beschließen eine Person einzustellen, die sich ausschließlich um die sozialen Medien kümmert. Daher herrschen meistens einschränkende Regelungen und Begebenheiten: Man versteht nicht, wie man einen Social Media Manager arbeiten lassen soll, welche Freiräume er braucht und oftmals wird er dann doch wieder mit weiteren Aufgaben zugeschüttet, die nichts mit Social Media zu tun haben.

Doch so funktioniert das nicht. Social Media ist Arbeit, richtig Arbeit, kreative Arbeit und vielseitige Arbeit.

 

Social Media Manager: Entweder richtig oder gar nicht

Manche Stellenangebote tönen zunächst: „Sie sind zuständig für die Betreuung unserer Social Media Kanäle (Instagram, YouTube, Facebook, Pinterest…)“

All diese Plattformen erfolgreich zu betreuen ist in sich ja schon eine Mammutaufgabe. Da darf es einfach nicht sein, das ein „Social Media Manager“ auch noch andere Aufgaben aufgedrückt bekommt. Leider passiert aber genau dies öfter.

Ich gebe in Sachen Social Media immer eines gerne zu bedenken:

Die Arbeit liegt nicht im Drücken des Posten Button. Sie liegt weit davor. In der Recherche, der Erstellung von Inhalten und in der Planung, welche Unternehmensziele mit welchem Social Media Kanal überhaupt erreicht werden sollen (Lead Generierung, Employer Branding, Image Aufbau usw.) sowie in der nachhaltigen und konstanten Umsetzung dieser Ziele.

 

Content is King – Aber wo kommt der Content her?

Aufgaben eines Social Media Manager

Einen großen Anteil an erfolgreichen Social Media Profilen hat natürlich der Inhalt (Content). Doch muss dieser auch irgendwo herkommen. Es muss recherchiert, telefoniert, organisiert, fotografiert, gefilmt, geschnitten, retuschiert usw. werden.

Nur gute Inhalte bringen Reichweite. Wobei wir hierzu natürlich auch immer mehr die bezahlten Anzeigen zählen müssen. (Facebook beschneidet die organische Reichweiter immer mehr – Werbeanzeigen müssen verstärkt geschaltet werden um alle Follower/Fans zu erreichen). Also auch die Werbeanzeigen zählen zum Aufgabenbereich des Social Media Manager.

 

 

Welchen Freiraum sollte man einem Social Media Manager einräumen?

Inhalte: Selbstverständlich gibt es Grenzen, bestimmte Marken und Regelungen was und wie das eigene Unternehmen auf den sozialen Medien vertreten sein möchte. Dies sollte mit dem Social Media Manager abgeklärt werden. Ein Lernprozess, der aber irgendwann enden sollte. Wenn der SMM nach Jahren im Unternehmen immer noch bei jedem Post die Freigabe eines Vorgesetzten einholen muss, dann stimmt grundsätzlich etwas nicht.

Meiner Meinung nach sollte der jeweilige SMM schon dem ganzen seine persönliche Note aufdrücken und nicht von oben gesteuert werden. Authentische Inhalte auf Augenhöhe statt hochgestochener von oben herab.

Budget: Möchte der SMM Inhalte, Veranstaltungen etc. aktiv bewerben (z.B. über Facebook Ads), dann benötigt er dafür natürlich Budget. Jedes mal nachfragen zu müssen ob man für 10, 20, 50€ etwas bewerben darf ist langfristig gesehen der falsche Ansatz: Einmal definieren welches Budget standardmäßig zur Verfügung gestellt wird und dann kann der SMM frei mit diesem Budget arbeiten.

Arbeitsplatz: Inmitten einer kleinen Zelle eines Großraumbüros tuen sich viele schwer mit der Kreativität. Geben Sie etwas Raum auch für Notizen, Whiteboards und Möglichkeiten etwas zu fotografieren (z.B. vor einer weißen Wand oder kleinen Hohlkehle im Büro).

Was mich am meisten verwundert ist, dass manche SMM gar nicht aus ihrem Büro rauskommen: Wie soll man authentische und spontane Inhalte erstellen, wenn man gar nicht zum Ort des Geschehen kann:

  • Mal in die Produktion gehen, Fotos machen, diese natürlich absprechen für die Veröffentlichung
  • Mal zum Kunden rausfahren für ein Testimonial (Evtl. sogar in Video Form!)

Oder wie soll man Aktionen durchführen, wenn man nicht die nötige Ruhe und Autorisierung hat:

  • In Ruhe ein Gewinnspiel ausdenken, planen und durchführen mit allem was dazu gehört
  • usw.

 

Die Bewertung der Arbeit

Arbeitgeber tun sich definitiv recht schwer mit der Bewertung der Arbeit ihres Social Media Manager. So gibt es zwar einige harte Zahlen (KPI) wie beispielsweise die Anzahl der Follower/Fans und dazu die gesamte Palette der Statistiken, jedoch vernachlässigt man damit ja die weichen Faktoren wie Engagement, Loyality, Brand-Awareness.

Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht immer unbedingt ein Richtig und ein Falsch gibt, was den eigenen Stil angeht: Bildsprache, Optik, Häufigkeit der Posts, Call to Actions, Verhältnis zwischen werbenden und informierenden Inhalten etc.

Also an alle Arbeitgeber: Gebt Social Media Managern Freiräume und am Anfang Zeit. Schnell eingekaufte Fans usw. sind absolut nutzlos was Engagement und auch alles andere anbelangt. Eine treue Fangemeinde aufzubauen erfordert harte Arbeit und Konsistenz: Dinge, die Zeit brauchen.

 

Ist vielleicht der ein oder andere unter den Lesern Social Media Manager? Wo würdet ihr euch mehr Freiraum von eurem Arbeitgeber wünschen? Schreibt doch gerne in die Kommentare.

 

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