Vielen Firmenauftritte in sozialen Medien wie Facebook, twitter, Instagram usw. sind lieblos, ohne erkennbare Content-Strategie und überhaupt fragt man sich, wozu die Firmen das ganze dann betreiben.

Seiten die gar nicht gepflegt werden oder permanent mit sinnlosen und teilweise branchenfremden Posts zugeschüttet werden bringen ihrem Unternehmen überhaupt nichts. Sie ziehen sogar noch Ressourcen von den Mitarbeitern ab.

Was Sie sich wirklich fragen sollten ist: Wozu möchten wir Social Media benutzen? Welchen Zweck verfolgen wir damit? Employer Branding? Imageaufbau? Image Wandlung? Vertrauensaufbau? Wenn die Ziele klar definiert sind, kann auch gezielt dafür Inhalt produziert werden. Selbstverständlich können Sie auch mal andere Inhalte einstreuen um für Abwechslung zu sorgen aber der rote Faden sollte gewahrt werden.

Wie kommt es zu schlechtem Content auf Social Media Auftritten vieler Firmen?

Ich sagte es: Eine Strategie – klare Ziele was Sie mit den jeweiligen Social Media Kanälen erreichen möchten sollte stehen. Das ist auch der erste Knackpunkt in vielen Firmen: Es gibt keine Strategie. Man ist halt dabei, „weil man das heute halt so macht“. Die Inhalte die mit einer solchen Haltung publiziert werden sind immer lieblos – sagen wir ruhig scheiße. Man sieht es, man merkt es und… keinen interessiert es. Alles für die Katz!

Der nächste Punkt ist, dass die Social Media „Verantwortlichen“ in vielen Unternehmen nur ungenügend Material zugespielt bekommen. Nur wenige Kollegen schicken ihnen Fotos, noch wenigere Berichte und Geschichten aus der Firma, von Kunden und Erlebnissen innerhalb der Firma. Was soll dann da auf Social Media publiziert werden?

Selbst in dem Fall wenn der Person welche sich um sagen wir facebook kümmert etwas Rohmaterial zugespielt wird, sind die Ergebnisse oft schlecht. Warum? Texte, Bilder und Videos wollen ansprechend aufbereitet werden. Doch nicht jeder ist Mediengestalter oder hat eine Ader dazu und das sieht man.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Tatsache ob der „Social Media Manager“ sich frei in und außerhalb der Firma bewegen kann oder ob er/sie den ganzen Tag nur im Büro hockt. Fernab der Ereignisse, der Kunden und Kollegen. Ich habe mehrere Social Media Manager gefragt, ob diese auch mal rauskommen aus dem Büro: Ich bekam bis jetzt immer nur die Antwort „Eher nicht“. Das wäre für einen Reporter keine günstige Voraussetzung. Genau das ist ein Social Media Manager zum Teil aber auch: Ein Reporter!

Das nächste Problem herrscht nicht nur in diesem Bereich sondern an einigen anderen Stellen auch in Unternehmen: Zeitmangel! Hier baut ein Problem auf das andere auf: Hat ein Unternehmen keine klaren Ziele in Bezug auf Social Media, räumt es diesem auch keinen hohen Stellenwert ein. Ergo wird Social Media auch nur wenig Zeitressourcen eingeräumt. Folglich sind die Ergebnisse auch schlecht.

Es gibt ein weiteres Übel welches für schlechten Content sorgt: Mangelnde Kreativität. Welche Formate kann man bringen oder welche Inhalte würden die Zielgruppe wohl interessieren und wie können diese Inhalte abwechslungsreich in Szene gesetzt werden? Auch hier gilt: Wer wenig Zeit für Social Media zur Verfügung hat, kann sich kaum Gedanken darüber machen und es besser machen.

Vorschläge für besseren Social Media Content

Man sagt ja nicht umsonst, dass der Fisch immer am Kopf zu stinken anfängt und da ist was dran.

So sollten Sie ganz von vorne anfangen und klipp und klar klären: Wie viele Stunden pro Woche räumen Sie der Betreuung von Social Media zu? Halten Sie es fest.

Wenn die Ressourcen abgesteckt sind, formulieren Sie die Ziele die Sie mit Social Media anstreben wollen: Möchten Sie mehr Auszubildende gewinnen? Oder soll ihr Unternehmen an Image gewinnen? Das muss klar definiert werden, denn danach richten sich die benötigten Inhalte.

Heute sind in vielen Firmen die Mitarbeiter, Abteilungsleiter etc. kaum sensibilisiert für die Beisteuerung von Inhalten für Social Media. Das muss aktiv angesprochen und verbessert werden. Lassen Sie eine Abteilung oder bestimmte Mitarbeiter 1 oder 2 Bilder mit Text je Woche für Facebook liefern. Sie lassen die Mitarbeiter dabei Teil des ganzen werden. Ich habe es schon mitbekommen, dass Mitarbeiter dann auch richtig stolz darauf sind und sich in einer Art Spirale nach oben bewegen: Sie wollen den nächsten Post beisteuern und haben richtig Freude dabei. Nach und nach läuft das ganze völlig automatisch 🙂

Vorlagen erleichtern die Arbeit. Damit sind Vorlagen/Templates für bestimmten Content gemeint: Bildvorlagen, Videovorlagen usw. für Zitate, für Bilder von Mitarbeitern, für Anlässe usw. Sie tauschen dann jeweils die Inhalte aus aber nicht die Optik drum herum. Das hat Zeitvorteile und lässt das ganze professioneller wirken Stichwort Corporate Design. Tipp: Die Vorlagen können auch extern erstellt werden, dass tue ich immer dann für meine Kunden, wenn wenig oder gar keine Kenntnisse in Photoshop, Premiere und Co vorhanden sind.

Definieren Sie auch welche Art von Beiträgen Sie zeigen möchten. Also zum Beispiel stellen Sie neue Auszubildende vor. Hier ein Beispiel der Saitow AG aus Kaiserslautern:

Azubi Vorstellung bei Saitow AG

Ich habe oft festgestellt, dass immer wenn man Mitarbeiter in Beiträge einbezieht, dies die Stimmung im Unternehmen positiv beeinflusst. Eines ist klar: Die Mitarbeiter sind das Unternehmen! Das Unternehmen besteht ja nicht aus Backsteinen sondern aus Menschen. Ich finde es ganz toll, wenn Unternehmen das erkennen und diese auch auf Social Media zeigen. Definitiv tolle Inhalte!

Kommen wir nochmal auf den Punkt Gestaltung: Gönnen Sie dem oder der Social Media Verantwortlichen ein paar Fortbildungen für Adobe Photoshop und Premiere etc. Es werden oft in manchen Stellenausschreibungen derart hohe Anforderungen an einzelne Personen gestellt, dann muss dem aber auch etwas an Schulungen und Investitionen gegenüberstehen. Es zahlt sich aus!

 

Was sind Ihre Erfahrungen mit der Beschaffung von Inhalten und dem regelmäßigen publizieren auf Social Media? Ich freue mich auf Ihre Fragen, Rückmeldungen und Ideen!

 

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